Kaufvertrag
Zu Beginn des Jahres 1949 hatten sich Paul Groß und Clemens Albus entschlossen, einen Bus zu kaufen.
Die Voraussetzungen waren gut, denn Paul Groß hatte schon ein Motorrad selbst zusammengebastelt –
von jemandem einen Schlauch, von einem anderen ein Rad, vom dritten den Motor. Nun kamen die beiden
Vettern mit einem Bus daher – nicht der modernste, aber er lief.
Zeppelin
Es war ein Büsing L.D. 4, Baujahr 1938/39.
Ein Bauer aus Bierstetten hatte den Bus verkauft. Eine Probefahrt wurde auf den Wurmlinger Kapellenberg
gemacht und der Bus hat es bis oben rauf geschafft. Der Kauf war getätigt. Der Bus wurde »Zeppelin« genannt.
Geschichte der Firma Omnibus Groß
wie alles begann...
Bald stellte sich heraus, dass der 27-Sitzer hoffnungslos überbezahlt war. Ständig gab es Reparaturen, die immer der dafür geschicktere Paul Groß ausführte. Jeden Tag, oft auch bei Nacht, musste er an dem Bus schrauben, schmieren oder ölen. Schließlich sollte das
Fahrzeug den täglichen Einsatz überstehen. Bald war klar, dass nur einer der beiden Vettern den Bus übernehmen konnte, Clemens Albus trat zurück.
MB 0 3500
Paul Groß war nun Alleinunternehmer. Den maroden Bus verkaufte er. Der neue Besitzer des »Zeppelin« machte aus der Karosserie ein Hühnerhaus. Paul Groß besorgte sich einen neuen Bus.
Mit der Konzession für die »Arbeiterlinie« zu Daimler-Benz ausgestattet, war ab September 1949 der Busverkehr aufge­nom­men worden. Werktags
wurde der Pendelverkehr von Wendelsheim nach Sindelfingen ge­­fah­ren, an den Wochen­­enden stand der Bus auch für Gelegenheitsfahrten wie Vereinsausflüge zur Verfügung, die von Gretel Groß per Motorroller akquiriert wurden.
Konzession
Die »Daimler-Linie« wurde im März 1950 gegen die heutige Linie 18 getauscht, die damals Hailfingen – Seebronn – Rottenburg – Wendelsheim – Wurmlingen – Unterjesingen und Tübingen miteinander verband. Ab April wurde die alte Streckenführung geändert: Man fuhr über Hirschau nach Tübingen. Im November 1951 wurde Obern­dorf in das Streckennetz mit aufgenommen. Mit der Übergabe der Linienkonzession Hailfingen – Rottenburg an die Deutsche Bundespost war die Linie 18, wie sie bis heute ge­fahren wird, »fertig«. Seither ist sie die nachhaltige Grundlage der geschäftlichen Aktivitäten der Omnibus Groß GmbH.
Fahrkarten
Urkunde Daimler
Als man das Jahr 1950 schrieb, verfügte das frisch in der Rottenburger Gartenstraße 21 niedergelassene Omnibusunternehmen Paul Groß über ein Reisebüro, eine Tankstelle und einen funkelnagelneuen Mercedes-Bus. Für letzteren galt es erst einmal, bei den Verwandten um liquide Mittel nachzufragen, denn der Hersteller wollte partout »cash« bezahlt werden und keine Grundstücke als Pfand anerkennen. Alle halfen ein wenig, so dass die 35000 DM, die der neue Bus kostete, bald erbracht werden konnten. Hereingefahren wurde das Kapital unter anderem mit Stuttgart-Fahrten, die zunächst 3 DM und später 5 DM kosteten.
Nun bekam die Firma auch das erste Logo und moderne Geschäftspapiere. Es waren die Wirtschaftswunderjahre, in denen auch in Schwaben das Reisen entdeckt wurde. Wer sich in Rottenburg und Umgebung selbst keinen Kleinwagen leisten konnte oder einfach lieber in geselliger Runde die Welt entdeckte, fuhr gerne in den modernen und komfortablen Reise­bussen von »Paul Groß · Omnibusverkehr«.
Erstes Logo
Erster Briefkopf

EINMAL PARIS UND ZURÜCK

Es war noch in den Anfangstagen, als ein Verein nachfragte, ob der junge Paul Groß denn nach Paris fahren könne, ohne sich dort hoffnungslos
zu verfahren. Der so herausgeforderte
erwiderte, dass die Gruppe den gesamten Ausflug um­sonst bekomme, wenn er sich auch nur ein einziges Mal in Paris verfahre.
Es war Ehren­sache, dass der Firmengründer die Parisfahrt ohne den ge­ring­sten Umweg meisterte
!

Eifelturm
1980 wurde die Einzelfirma Paul Groß in eine GmbH umgewandelt. Vier Jahre später übernahm Wolfgang Groß von seinem Vater die Geschäftsanteile und die Geschäftsführung und nach weiteren vier Jahren gingen die Geschäftsanteile ­ von Gretel Groß in den Besitz ihrer Schwiegertochter Claudia über.
Betriebshof Mechthildstraße
Die ersten Jahre in der Gartenstraße waren durchaus beengt: Es gab keinen geeigneten Parkplatz, weshalb der Bus nächtens unters Tankstellendach gestellt wurde. War etwas zu reparieren, musste sich Paul Groß auf der Gartenstraße unter das Fahrzeug legen. Mit dem Linienverkehr konsolidierte sich das junge Unternehmen allerdings, sodass schon 1956 ein geeignetes Grundstück in der Mechthildstraße gekauft und bebaut werden konnte. Von nun an gab es eigenen Garagenplatz für vier Busse und eine Werkstatt mit Innen- und Außengrube. Bald waren acht Busse in Betrieb, denn nach langen Entbehrungen wollten alle reisen. So machte es Sinn, 1960 beim Bau des Wohnhauses für die ebenfalls wachsende Familie das Reisebüro mit zu planen und zu bauen.
Der neue moderne Betriebshof in der Röntgenstraße wurde 1987 eingeweiht und 1996 um vier weitere Stellplätze erweitert.
Betriebshof Röntgenstraße
Betriebshof Röntgenstraße 1987 – heute
Betriebshof Mechthildstraße 1958 – 1987

Der »rote Faden« bei Omnibus Groß, die Linie 18, die so viele Orte miteinander verbindet, ist seit 1996 auch in den Tübinger Stadtverkehr mit immer dichteren Takten integriert. Ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem umfassenden Verkehrsverbund der Regionen an Neckar und Donau.

SVT
Seit dem Start des Verkehrsverbundes im Jahre 2002 hat die Firma Groß eine erfolgreiche Partnerschaft zum Nutzen aller Fahrgäste im Neckar-Alb-Donau Gebiet, kurz naldo genannt. Diese Organisation ist das Dach für den Nahverkehr in dem Landkreisen Tübingen, Reutlingen, Sigmaringen und Zollernalb. 44 Verkehrsunternehmen befördern über 70 Millionen Fahrgäste in der Region. Sicherheit und Pünktlichkeit haben oberste Priorität und die steigenden Fahrgastzahlen bestätigen die gute Zusammenarbeit der Firma Omnibus Groß und dem Naldo. Mit allen Bussen bietet Omnibus Groß seinen Fahrgästen maximalen Komfort. Zum Beispiel durch konsequenten Einsatz von Niederflurtechnik, welche bequemes Ein- und Aussteigen ermöglicht.
Naldo

Wir sind für Sie da!

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